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Podiumsdiskussion zur Landtagswahl

am 30.07.2013
Politiker stellen sich auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes den Fragen der Landwirte

Finning – Die fünf Direktkandidaten der im bayerischen ladntag vertretenen Parteien diskutierten vor kurzem mit den Landwirten aktuelle Themen aus der Region. Eingeladen hatte die Geschäftsstelle Landsberg des Bayerischen Bauernverbands, deren Geschäftsführer Thomas Kölbl moderiete.

Die geladenen Politiker nannten in einer Vorstellungsrunde ihre Schwerpunkte. Richard Drexl (Freie Wähler) sieht den Einfluss großer Konzerne als Gefahr und will sich für bäuerliche statt industrielle Landwirtschaft, regionale Ernergieerzeugung und Bürokratieabbau einsetzen. Herbert Kränzlein (SPD) strebt an, den ländlichen Raum zu erhalten und zu gestalten. Die fehlenden Nachfolger in den Betrieben sieht er als großes Problem. Bei der Agrarförderung ist er für eine Umschichtung von der ersten (Produktion) auf die zweite Säule (Ökologie).

Andreas Teichmann (FDP) sieht den Landwirt als frei am Markt agierenden Unternehmer. Er sprach sich gegen eine Abhängigkeit von Subventionstöpfen aus. Mit der FDP soll es keine Besteuerung der Substant bei der Hofübergabe geben. Detlef Däke (Bündnis 90/Die Grünen) sieht den Landkreis Landsberg als Schnittstelle zwischen Ballungsgebiet und ländlichem Raum. Für ihn gilt es, den Flächenfraß einzuschränken und eine bäuerliche Struktur zu erhalten. Der Ökologische Landbau müsse ausgebaut werden. Wichtiges Thema für Däke ist auch die Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung. Alex Dorow (CSU) plädierte für eine Stärkung der landwirtschaftlichen Ausbildung. Die Forderung der Landfrauen nach einem neuen Schulfach „Alltags- und Lebensökonomie“ unterstütze er ausdrücklich, so Dorow. Direktvermarktung und Urlaub auf dem Bauernhof seien nicht nur ein zusätzliches Einkommen für die Landwirte, sondern stärkten auch die Wirtschatsstruktur im Landkreis. Dorow forderte eine klare und verlässliche Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln.

Wo beginnt Massentierhaltung

In der anschließenden Diskussion stellten sich die Kandidaten den Fragen der Landwirte, Bei der Frage „Wo beginnt Massentierhaltung?“ waren sich alle einig, dass sich dies nicht an Tierzahlen festmachen lasse, sondern eher an der Qualität der Haltungsform. Futter sollte regional erzeugt sein und Wirtschaftdünger betriebsnah ausgebracht werden. Angesprochen auf den deutschlandweiten Protest gegen einen Schweinestell-Neubau im Landkreis übte Detlef Däke leichte Selbstkritik und rief zu mehr Besonnenheit, Transparenz und vorheriger Prüfung des Sachverhalts auf. Dass die Tierhaltung ein sensibles Thema bei den Verbrauchern sei, zeigten die 33.000 Unterschriften in diesem Fall.

„Der zunehmende Flächenverbrauch entzieht den Landwirten ihre Produktionsgrundlage. Wie stehen Sie dazu?“ – Alex Dorow und Herbert Kränzlein halten in diesem Zusammenhang Ausgleichsflächen für unverzichtbar. Detlef Däke plädierte für eine Einschränkung neue Gewerbegebiete, Schaffung landwirtschaftlicher Vorrandflächen und eine Innenverdichtung der Orte.

Andreas Teichmann ist für eine Nachverdichtung durch den Bau höherer Gebäude und weniger Einfamilienhäuser. Kränzlein sprach sich gegen eine Einschränkung der kommunalen Selbstverwaltung aus, den bommenden Zuzug sieht er auch als Chance für Direktvermarkter. Richard Drexl kritisierte die Regierungskoalition, die aus seiner Sicht mit dem vor kurzem beschlossenen Landesentwicklungsprogramm die falschen Weichen gestellt habe. Er nahm auch jeden einzelnen Bürger in die Verantwortung, der Umgehungsstraßen und Einkaufszentren auf der grünen Wiese fordert.

Ein großes Problem ist der Verkauf landwirtschaftlicher Flächen als Geldanlage an Nichtöandwirte. Die Forderung des BBV, einen verkauf landwirtschaftlicher bereits ab 0,5 ha anzeigepflichtig zu machen, wurde von allen Diskussionsteilnehmern unterstützt.

Petra Kaindl, BBV

Quelle: Ammerseekurier Nr. 60 vom 30.07.2013

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