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Bayerisches Wohlsein

am 02.05.2013

Stammtisch zwischen Lebensgefühl und Politik

Von Rosi Geiger

Kinsau Mit Frauenquote, Steuergerechtigkeit oder dem Fall Hoeneß wurden beim politischen Stammtisch der CSU in Kinsau ganz brisante Themen angesprochen. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt diskutierte mit seinen vier Stammtisch-Partnern aber auch über die derzeitige Renaissance der Tracht, über Heimat und Bodenständigkeit, womit er bei vielen der 70 Gäste Zustimmung fand.

Als Stammtischpartner saß der Landesvorsitzende des bayerischen Trachtenverbandes Max Bertl aus Wildsteig am Tisch, den der Moderator Alexander Dobrindt gleich zu Beginn nach der Renaissance der Tracht fragte. „Man muss es auseinanderhalten, ein Oktoberfestgewand ist nicht gleich eine Tracht“, stellte Max Bertl fest. Gleichwohl identifizieren sich mittlerweile auch viele junge Leute durch das Tragen von Dirndl und Lederhose mit Bayern. Max Bertl wusste von einer Umfrage, dass sich 98 Prozent der Bürger in Bayern wohlfühlen, und meinte dazu, „die Trachtenvereine tragen zu diesem Wohlgefühl bei“.

Der Moderator stellte in der Gesellschaft auch eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte fest und fragte dazu den Programmbeauftragten des Bayerischen Fernsehens Prof. Andreas Bönte. „Gerade junge Leute haben heute fast eine Sucht nach Heimat, sie ist für die Jugend Halt“, so der Programmbeauftragte. Das Bayerische Fernsehen reagiere darauf mit zahlreichen Sendungen zu Bayern, die in ihrer Gestaltung etwas langsamer sind und dadurch gut ankommen.

Stammtisch erreicht die Frauenquote nicht

Mit fünf Männern am Tisch sah der CSU-Generalsekretär die Frauenquote beim Stammtisch nicht erfüllt und wandte sich an den Landtagsabgeordneten Alex Dorow. „Es geht nicht um die kleine Gruppe, die in Aufsichtsräte von Dax-Konzernen kommen möchte. Es geht um die große Gruppe von Frauen, die Familie und Beruf vereinbaren müssen“, stellte Dorow fest.

In dieser Diskussion um Frauen und Kinderbetreuung meinte Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple ganz provokant, „die Gemeinden werden von der Politik vergewaltigt, Krippenplätze zu schaffen“. Alex Dorow bezeichnete das neue Betreuungsgeld als eine Krücke, das langfristige Ziel müsse ein gerechtes Steuersystem mit Vorteilen für Familien sein. Im bevorstehenden Wahlkampf sah Alexander Dobrindt die Steuerpolitik als zentrales Thema und fragte deshalb, „ist das Geld gerecht verteilt in Deutschland?“

Dobrindt spricht im Fall Hoeneß von „Rudeljournalismus“

Der Fall Hoeneß wurde von den fünf Stammtisch-Rednern zwar verurteilt, jedoch warf Dobrindt der Presse auch einen „Rudeljournalismus“ vor. Lars Scharding fragte in der abschließenden Diskussion auch, wie diese Selbstanzeige öffentlich werde konnte. Skandalberichterstattung werde immer wichtiger, stellte der BR-Programmbeauftragte fest, während fundiert recherchierte Sendungen über 90 Minuten vom Zuschauer abgeschaltet werden.

Man müsse die Gesellschaft wieder mehr für Politik interessieren – mit diesem Sonntagsstammtisch haben die fünf Diskussionspartner einen Beitrag dazu geleistet.

Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/Bayerisches-Wohlsein-id25059386.html

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