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Jung Trifft Alt Veranstaltung am 29.06.2018

am 30.07.2018

Jung und Alt- Hand in Hand oder jeder für sich in die Digitalisierung
Ein Gedankenaustausch der Seniorenunion und der Jungen Union

Mit dem Gedankenaustausch zwischen den Generationen zur Digitalisierung hatten die Veranstalter voll ins Schwarze getroffen. Das zeigte schon die große Zahl der Teilnehmer aus „Alt“ und Jung“ . So war der Raum beim Staudenwirt mit über 100 Leuten auch bis zum letzten Platz gefüllt. Für die große Anziehungskraft sorgte neben der Aktualität des Themas sicher auch die Teilnehme von Staatsminister Dr. Thomas Goppel und Erzabt Dr. Notger Wolf.
Einig waren sich Jung und Alt, dass die Digitalisierung unser Leben in immer schnellerem Tempo grundlegend verändern wird. Keine Genration werde sich bei der Reise in die Zukunft der digitalen Revolution entziehen können. Aber als es um die Bewertung der Entwicklungen ging, wurden doch sehr schnell grundlegende Unterschiede mit Blick auf die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen und Risiken deutlich.
Wie nicht anders zu erwarten, sangen die Vertreter der jungen Generation (Stephanie Weiss und Andreas Maslo von der JU) das hohe Lied der Digitalisierung. In beeindruckender Weise stellten sie in ihren Beiträgen die Fülle der mit der Entwicklung der Digitalisierung verbundenen Möglichkeiten dar. Sie werde nicht nur im private Leben einen immer größeren Platz einnehmen, sondern auch in vielen anderen Bereichen wie der Differenzierung der Kommunikation, der Medizin und in einer Neustrukturierung des täglichen Lebens bis hin zur Alltagshilfe von Robotern für Senioren. Kritisch merkten sie allerdings an, dass der Nachholbedarf in Deutschland erheblich sei. „Deutschland“ – so Maslo – „nimmt hinsichtlich der notwendigen Infrastruktur in Europa den vorletzten Platz ein und ist von einer digitalen Bürgergesellschaft noch weit entfernt“. So habe der Bildungsbereich die Entwicklung teilweise verschlafen. Es sei daher zu begrüßen, dass die Bayerische Staatsregierung im Rahmen ihres Programms „ Digitale Leuchtturmprojekte für Bayern!!“ für das Projekt „Digitale Klassenzimmer“ im Haushalt 2018 212,5 Millionen Euro eingestellt habe. Auch die Unterstützung von digitalen Gründern mit dem Programm „Start? Zuschuss!“ bedeute einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, wenn die Politik sich entschließe, nach der Anfangsförderung auch die notwendigen Mittel für die Fortführung solcher Projekte bereitzustellen.
Die Antworten von Erzabt Notger Wolf und Thomas Goppel waren bei aller Anerkennung der Möglichkeiten von großer Besorgnis getragen. Sie waren sich darin einig, dass unsere Gesellschaft insgesamt nicht genügend auf die Entwicklungen vorbereitet sei. Noch problematischer sei – so Goppel –„ die Übernahme der Macht durch die neuen Techniken“. Es stelle sich die Frage, wie man verhindern könne, dass wir immer mehr „am langen Gängelband der neuen Technik „ geführt würden. Sei es denn ein erstrebenswertes Ziel, nicht mehr „Entscheider, sondern Entschiedene“ zu werden? Die wachsende Datenfülle führe darüber hinaus zu einer Überforderung, die gerade von der älteren Generation und bildungsfernen Gruppen nicht mehr bewältigt werden könne. Die Angst vor einer „brave new world“ a la Huxley sei mit dem möglichen Missbrauch technischer Errungenschaften durchaus berechtigt. Denn, so Erzabt Wolf, „der Verlust der Privatheit und der Abbau des Respekts vor dem Individuum, das gezwungen werde, immer mehr von sich offen zu legen“ sowie der Abbau des menschlichen Miteinanders seien ein „Angriff auf die menschliche Person“. Dies könne dazu führen, dass durch eine Art von Vergötzung der Technik die menschliche Seele getötet würde. Technische Machbarkeit bedürfe der Verantwortung. Sie könne nicht das entscheidende Kriterium bei der Bewertung des Fortschritts sein. Goppel und der Erzabt forderten die Rückkehr zur Souveränität des Einzelnen, damit das Gespür für Freiheit und Verantwortung nicht untergehe .
Die Beiträge aus dem Publikum warnten vor einer Verteufelung des Fortschritts, der zu allen Zeiten verarbeitet werden musste, diskutierten aber auch die Gefahren der Machtkonzentration und Meinungsmanipulation in den Händen der Inhaber digitaler Macht. Kritik wurde geübt, weil zu wenig bedacht werde, dass mit dem Rückgang des Faktors Arbeit und der damit verbundenen Verringerung der Steuereinnahmen die Besteuerung von Robotern und Daten treten müsse, um ausfallende Steuereinnahmen auszugleichen.
Einig war man sich, dass sich für Politik und die Parteien eine dreifache Aufgabe ergebe: darüber zu informieren, was möglich ist, zu fördern, was im Interesse der Menschen und zum Erhalt des demokratischen Systems erforderlich ist, und zu verhindern, was verhindert werden müsse. Nur wenn sich die Politik diesen Aufgaben stelle, sei auch gerade unter ethischen Gesichtspunkten ein „digitales Leben“ sinnvoll und erstrebenswert.
Am Ende blieb in der von Christoph Heumos und Mathhias Ostner (beide JU) souverän moderierten Veranstaltung neben der Begeisterung der Jungen die Skepsis der Alten und ein nachdenklich gewordenes Publikum.
Foto: Von links nach rechts Stephanie Weiss, Dr. Thomas Goppel, Matthias Ostner
Text und Foto: Rainer Schwarzer

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