Foto (v.L. n.r:. Heinz Haaf, Josf Loy, Manfred Niess, Dr.Thomas Goppel, Cordula Sohmen, Anton Asam (sitzend), Alfred Doll, Ilse Weiß, Michael Kießling) : Erol Hanci

Das Tafelsilber der CSU“ – 20 Jahre CSU-Kreissenioren-Union Landsberg
Eine große Zahl von Mitgliedern und prominenten Gästen konnte der Kreisvorsitzende der CSU-Seniorenunion Landsberg Heinz Haaf bei der Jubiläumsveranstaltung der Seniorenunion begrüßen.
Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel, der Präsident der Senioren Union Bayern, war ebenso der Einladung gefolgt wie Bundestagsabgeordneter und CSU-Kreisvorsitzender Michael Kießling, Landrat Thomas Eichinger, Bezirksrat Josef Loy sowie Bezirksrätin Ilse Weiß, Bezirksvorsitzende der Seniorenunion Oberbayern, Vertreter der CSU-Arbeitsgemeinschaften und Arbeitskreise, für die Seniorenunion Schwaben und Augsburg Manfred Salz sowie die Vorsitzende der Seniorenunion Fürstenfeldbruck Uta Lucht.
Auch Bürgermeister Weißenbach (Finning) an der Spitze zahlreicher Altbürgermeister aus dem Landkreis zählte zu den Gratulanten.
Haaf wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass die 20 Jahre seit der Gründung der Kreisseniorenunion durch Thomas Goppel eine ereignisreiche Zeit gewesen seien, die viele einschneidende Veränderungen in Politik und Gesellschaft mit sich gebracht habe. Die Seniorenunion habe versucht, sich mit diesen Veränderungen auseinanderzusetzen und einen Beitrag für die Bewältigung neuer Entwicklungen einzubringen. „Sie“ – so Haaf – „hat sich vor allem bemüht, unter dem Motto ‘Jung trifft Alt‘ den Zusammenhalt der Generationen als besonderen Schwerpunkt einzubringen“. Seniorität bedeute nicht Krankheit, nicht Pflegefall, sondern sei eine wichtige Lebensphase. Daher sei es eine unverzichtbare Aufgabe der Gesellschaft, für die Gleichberechtigung der Senioren und für das Aufgreifen ihres Erfahrungsschatzes einzutreten. Auch wenn das Selbstverständnis der Senioren heute unter dem Leitmotiv ‘Wir lassen nicht locker‘ stehe, gelte immer noch ‘Erfahrung gestaltet Zukunft‘.
Von diesen Grundüberlegungen waren auch die Grußworte der Ehrengäste geprägt, die die Leistungen der älteren Generation würdigten und einen Appell an die Jugend richteten, die Erfahrungen der Älteren aufzugreifen. „Schließlich“ – so CSU-Kreisvorsitzender Kießling – „haben die zahlreichen Aktivitäten der Seniorenunion auf Landkreisebene viele wichtige Anstöße gegeben und auch immer wieder auf notwendige Aufgaben hingewiesen.“ Man könne die Alten daher als das Tafelsilber der CSU bezeichnen. Die Kreisseniorenunion sei, so Landrat Eichinger, mit ihrem Hineinwirken in verschiedene Bereiche ein Gewinn für den Landkreis gewesen. Und mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu, er freue sich schon in knapp zwei Jahrzehnten als Mitglied der Seniorenunion bei der Einweihung des neuen Landratsamtes dabei zu sein.
Aus der Fülle ihrer fast zwanzigjährigen Tätigkeit im Vorstand gab Cordula Sohmen einen beeindruckenden und facettenreichen Rückblick über die Geschichte der Kreisseniorenunion. Mit 40 Gründungsmitgliedern habe die KSU angefangen, heute zähle sie 61. „Vielfältige gesellschaftliche Aktivitäten“ – so Sohmen – „haben in der zurückliegenden Zeit ebenso das Programmangebot bestimmt wie die Behandlung wichtiger politischer Fragen und Besuche zu Entscheidungsplätzen der Politik“.
In der ihm eigenen unnachahmlichen Art setzte sich Thomas Goppel in seiner mit feinem Humor aber auch deutlichen Worten gewürzten Festrede mit grundsätzlichen und aktuellen Themen auseinander. In dieser Umbruchzeit sei das Gebot der Stunde Dabeibleiben, alles zu prüfen und das Gute zu behalten.
Mit eindringlichen Worten, die an vielen Stellen nicht mit Kritik sparten, setzte er sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. So setzte er allen Bestrebungen, die Familie als Kern der Gesellschaft in der überlieferten Form aufzulösen, ein eindeutiges Nein entgegen. „Wir Alten“ so Goppel mit eindringlichen Worten – „haben der Jugend die Erfahrung im Umgang mit schweren Zeiten voraus. Wir wissen noch zu erzählen, welcher Reichtum aus der eigenen Familie erwächst.
Inhaltlich erlebten wir eine immer noch endlos lösungsfreie Debatte der mehr als zehn Jahre immer neu verschobenen Rentenreform. Für eine zukunftsorientierte Rentenpolitik müsse ein anderer Ansatz gesucht werden, ein Ansatz, der zum Beispiel auch die sozialen Berufe wieder interessant mache und der Arbeit, die nahe am Menschen sei, einen anderen Stellenwert als bisher einräume. Denn viele Renten werden auch heute noch nicht der vorausgegangenen Lebensleistung im Beruf gerecht.
Gerade für die ältere Generation sei auch eine Neuausrichtung der Gesundheitspolitik erforderlich. Die ungelöste Landarztproblematik sei nur ein Beispiel. Die öffentliche Hand dürfe ihren Blick nicht nur auf die Kinderbetreuung richten. Sie müsse in verstärkter Form angesichts der demographischen Entwicklung in den Bereichen Pflege und Wohnen die veränderten Strukturen in die Entscheidungsfindung und bei der Diskussion über die Kostenübernahme einbringen. Höchste Zeit sei es auch, die Versäumnisse in der Pflegepolitik zu korrigieren. Immer wieder müsse betont werden, dass die öffentliche Hand sich nicht aus der Verantwortung verabschieden dürfe. Dies – so Goppel – gelte auf allen politischen Entscheidungsebenen, vom Bund bis zu den Kommunen.
Die heutige Veranstaltung könne daher nicht nur eine Rückschau auf das Geleistete sein, für das – so der ehemalige Staatsminister – allen Beteiligten ein großes Dankeschön gebühre. Sie stelle auch einen Arbeitsauftrag für morgen dar. „Wir haben“- so Goppel – „wahnsinnig viel zu tun“.
Für zwanzigjährige Mitgliedschaft in der Landsberger Kreisseniorenunion wurden als Gründungsmitglieder geehrt und mit einer Urkunde ausgezeichnet: Asam Anton, Drexl Ingeborg, Mayr Ottmar, Niess Manfred, Sohmen Cordula, Sporer Anne Marie und Wendel Karl.
Eine besondere Ehrung erfuhr Thomas Goppel durch Michael Kießling für seine langjährige parlamentarische Tätigkeit, bei der er als Generalsekretär und als Kabinettsmitglied zentrale Positionen in der CSU bekleidet hat. Goppel – so der neue CSU-Kreisvorsitzende – habe aber neben seiner Arbeit als Landtagsabgeordneter auch durch die Übernahme von Aufgaben in der Zivilgesellschaft mit einem nicht mehr zu überbietenden Einsatz entscheidende Pflöcke eingeschlagen. Als Stimmkreisabgeordneter habe er mehr als vier Jahrzehnte den Grundsatz „Näher am Menschen“ in exemplarischer Weise verwirklicht. Nicht zuletzt dankte ihm Kießling in seiner Laudatio für seine auf dem christlichen Menschenbild und den sich daraus ergebenden Folgerungen beruhende Politik.
Mit einem Dank an die „Dorfmusikanten“ aus Stadl und Pflugdorf für die musikalische Umrahmung schloss Heinz Haaf einen gelungenen Abend.
Foto (v.L. n.r:. Heinz Haaf, Josf Loy, Manfred Niess, Dr.Thomas Goppel, Cordula Sohmen, Anton Asam (sitzend), Alfred Doll, Ilse Weiß, Michael Kießling) : Erol Hanci